Im Zuge des Ausbaus des Museums wurde das Fundament des Eckgebäudes, das aus einem Grachtenhaus und zwei Gassenwohnungen besteht, 2013 instand gesetzt. Während dieser Arbeiten entdeckte das Bureau Monumenten & Archeologie (BMA) unter einer der Gassenwohnungen eine große Sickergrube.

Eine Sickergrube diente früher als Toilette und Abfallgrube. Diese Sickergrube war mit Essensresten und Gebrauchsgegenständen aus Keramik und Glas gefüllt. Die Funde stammen aus der Zeit von ca. 1650 bis 1800. Sie vermitteln ein lebendiges Bild des täglichen Lebens der Bewohner und Nutzer dieses Hauses im 18. Jahrhundert. Zu den Objekten zählen Delfter Keramik, Glaswaren und chinesisches Porzellan, das über die niederländische Ostindien-Kompanie nach Amsterdam gelangte.

Momkamer
Die Sickergrube wurde über vier Müllbehälter mit Exkrementen und Hausabfällen der Bewohner des Grachtenhauses und der zwei Gassenwohnungen gefüllt. Die einzigartigen Funde, die dort gemacht wurden, stammen größtenteils aus der Zeit, in der die Familie Van der Meulen in dem Haus wohnte und – unter demselben Dach wie die Kirche – eine Bierzapferei betrieb. Sie verkaufen dort verschiedenen Sorten Bier, auch „mom“ genannt. Aber in der Sickergrube wurden weit mehr Weingläser (Hunderte von Kelchgläsern) gefunden als Bierkrüge. In der Momkamer sind Funde aus der Sickergrube ausgestellt.

Die Funktionsweise der Sickergrube
Wie so eine Sickergrube funktionierte, ist in einer speziell erstellten Animation zu sehen.